Allergien

Alarm im Darm


Was hat der Darm mit Allergien zu tun? Dr. Volker Schmiedel spricht über dieses brisante Thema und gibt interessante Antworten.

(Sendung vom 21.04.2019)

Wir wissen, dass etwa 80% der weissen Blutkörperchen sich ständig im Bereich des Darmes befinden. Das heisst, hier entscheidet sich, ob unser Immunsystem gut und richtig reagiert gegen Krankheitserreger oder ob wir möglicherweise auch Überreaktionen haben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass wir eine gesunde Darmflora aufweisen. Und dafür ist wiederum wichtig, dass die Darmschleimhautbarriere gut funktioniert und nicht ein sogenanntes Liquidat vorliegt; ein sogenannter leckender Darm. Dabei müssen wir uns nicht vorstellen, dass da etwa grosse Löcher im Darm drin sind, sondern dass die Darmschleimhautbarriere einfach nicht mehr so ganz integer ist, sondern bestimmte Lebensmittelallergene durchlässt, die dann im Darm selber zu Allergien oder auch zu Entzündungen führen können.

Die Darmflora bezeichnet einfach die Gesamtheit aller Darmbakterien. Also gesunde Darmbakterien, die uns fördern, Bifidobakterien, Lactobazillen, Proteus, E. Coli, also alle Darmbakterien, die wir haben. Wir wissen, wir haben mehrere hundert verschiedene Arten davon, und wir wissen auch, dass es sehr wichtig ist, dass diese Darmflora eine grosse Diversität aufweisen sollte. Das heisst, wir sollten möglichst viele verschiedene Darmbakterien haben, möglichst viele verschiedene Arten von Darmbakterien. Wir wissen auch aus der Forschung, dass Naturvölker eben eine besonders grosse Vielfalt besitzen. Menschen, die sich mit der sogenannten Industriekost ernähren, haben sehr viel weniger verschiedene Darmbakterien. Wir wissen, dass das mit sehr vielen Krankheiten zusammenhängen kann.

Vermutlich nicht alle, aber die Darmflora und auch die Darmschleimhautbarriere stellen immer einen grossen Aspekt dar. Also wenn das nicht in Ordnung ist, dann haben wir einfach eine grosse Wahrscheinlichkeit, Allergien zu entwickeln. Und wenn wir dort eine gute Situation aufweisen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Allergien oder andere atopische Krankheiten wie Asthma oder Neurodermitis bekommen, einfach viel geringer ist.

Dass wir alle Lebensmittel wieder vertragen. Wir sollen also keine Lebensmittel zu uns nehmen, bei denen bekannt ist, dass wir eine Allergie haben oder auf die wir mit Blähungen oder anderen Darmbeschwerden reagieren. Alle Lebensmittel, die Vitamin D enthalten, wirken antientzündlich und sind hilfreich. Meeresfische zum Beispiel, auch nicht zu viel wegen der Umweltbelastung heute, aber ein bis zweimal die Woche dürfen wir das schon noch essen. Oder auch Omega3-reiche Pflanzenöle wie Leinöl sind durchaus hilfreich.

In dem Buch habe ich all mein Wissen zusammengebracht. Was ich für wichtig halte, für den Laien zu erfahren. Man kann eben Kapseln nehmen, man kann auch Fischöle nehmen. Bei den Kapseln ist es allerdings wichtig, dass es eine gute Qualität sein soll. Man kann die Qualität allein schon am Geschmack erkennen. Ich rate meinen Patienten jeweils, mal draufzubeissen. Wenn es dann arg fischig oder ranzig schmeckt, dann ist es verdorben, dann sollte man diese Kapseln nicht nehmen. Beim Fischöl erkennt man es automatisch. Wenn jemand aus ethischen Gründen oder anderen Gründen die Fische nicht haben möchte, wäre heute eine Alternative das Algenöl. Das ist aber alles im Buch beschrieben, auch die Dosen, die man dann benötigt, um Allergien behandeln zu können.

Omega3 sorgt mit dafür, dass wir eine grössere Vielfalt an Darmbakterien haben. Da gab es erst im letzten Jahr eine englische Studie, die das bestätigt hat. Und Omega3 wirkt generell antientzündlich. Bei allen chronischen Entzündungen im Körper ist Omega3 wichtig, um die Entzündung herunter zu regulieren.

Eine stabilisierende Wirkung. Das heisst, das Immunsystem wird nicht geschwächt, wie das bei vielen sogenannten Immunsuppressiva der Fall ist, die man bei Entzündungen einsetzt, sondern es wird moduliert. Ein starkes Immunsystem, ein zu starkes, wird etwas herunter moduliert und ein schwaches Immunsystem wird eher hoch reguliert.