Darm

Endlich Ruhe im Darm


Die Fakten über das “leaky gut syndrom” und wie mit komplementären Heilmethoden und Ernährung endlich Ruhe im Darm einkehrt; erklärt von Dr. med Volker Schmiedel.

(Sendung vom 19.05.2019)

Das «leaky gut syndrom», oder der leckende Darm, wird in der Schulmedizin in der Regel gar nicht behandelt, weil die Schulmedizin das gar nicht als richtige Diagnose anerkennt, sondern es als Modediagnose bezeichnet. Es gibt aber zunehmend Hinweise aus der Magen- und Darmforschung, dass es doch so etwas wie einen «leaky gut» gibt. Das «leaky gut» ist ja der sogenannte leckende Darm, was heisst, die Darmschleimhaut ist nicht ganz dicht.

Beim «leaky gut» geht es ja darum, die gestörte Darmschleimhaut wieder zu regenerieren. Das geht sehr gut über die Ernährung. Wir sollten der gesunden Darmflora Nährstoffe anbieten, so dass sie sich wieder gut entwickeln kann. Das wäre zum Beispiel resistente Stärke. Das ist eine Stärke, die wir nicht verdauen können, jedoch können das unsere Darmbakterien. Wenn wir also Kohlehydrate erhitzen und dann abkühlen lassen, z.B. Kartoffeln oder Reis kochen, Getreide erhitzen aber dann wieder abkühlen lassen, dann bildet sich dabei resistente Stärke, die wir nicht gut verdauen können, aber unsere Darmflora.

Es gibt bestimmte sekundäre Pflanzeninhaltstoffe, die auch gut zur Darmregeneration beitragen. Zum Beispiel Beta-Glucane oder auch Glucomannane. Ein Produkt haben wir hier, das LindaCholesterol. Es ist nicht nur zur Cholesterinsenkung geeignet, sondern kann auch mithelfen, die Darmschleimhaut zu regenerieren.

Neben den schon erwähnten Lebensmitteln mit der resistenten Stärke gibt es noch Lebensmittel, die auch Beta-Glucane enthalten, z.B. Hirse, Hafer oder Pilze. Was wiederum nicht so günstig ist, sind glutenhaltige Lebensmittel. Das heisst, zumindest in der Phase wo ich den Darm wieder abheilen möchte, bei nachgewiesenem «leaky gut syndrom», sollte ich auch einmal ein paar Wochen auf Gluten verzichten. Ich habe damit sehr gute Ergebnisse erzielt, dass die Darmschleimhaut, überprüfbar in der Stuhluntersuchung deutlich besser abheilt.

Wenn wir Antibiotika nehmen müssen, und wir sollten es eigentlich, wenn es irgendwie geht, tunlichst vermeiden, besonders im Winter bei den viralen Infekten nutzen die Antibiotika auch überhaupt gar nichts. Wenn aber Antibiotika einmal sein müsste, dann können wir anschliessend mit Probiotika arbeiten und dem Darm wieder Gelegenheit geben, sich zu regenerieren.

Alarmierend ist, wenn wir unter der Antibiotikabehandlung sehr starke Darmbeschwerden bekommen. Das Hauptsymptom sind dabei Durchfälle. Es gibt eine Krankheit, die nennt sich Antibiotika-assoziierte Kolitis. Das heisst, Antibiotika können, müssen nicht, tatsächlich eine richtige Darmentzündung auslösen. Die muss dann wieder durch ganz andere, noch schwerere Antibiotika behandelt werden. Wir wissen aber, wenn wir aber direkt nach der Antibiotikabehandlung mit guten Darmbakterien behandeln, können wir das etwas in den Griff bekommen.

Eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen ist sicherlich hilfreich. Ballaststoffe aus Gemüse, aus Salaten, aus Vollkornprodukten, wenn sie denn gut vertragen werden, ist sicherlich eine gute Grundlage für unsere Darmflora.