Krebs

Ernährung & Entgiftung bei Krebs


Dr. med. Simon Feldhaus teilt sein fundiertes Wissen in Bezug auf die Ernährung und Entgiftung bei Krebs und während Krebsbehandlungen.

(Sendung vom 30.06.2019)

Grundsätzlich kann man da keine direkte Antwort geben. Es gibt nie DIE Lösung. Letztendlich ist es immer die Lösung für den Patienten. Aber es gibt schon ein paar grundlegende Dinge, über die man reden sollte beim Thema Ernährung und Krebs.

In letzter Konsequenz halte ich die stark kohlenhydratreduzierten und zum Teil ketogenen Ernährungsformen für die einzigen, die einen gewissen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Ein Problem ist, das müssen wir immer ehrlich gestehen, dass es eine Studie, die beweist, dass eine Ernährung in einer Krebserkrankung einen wirklich therapeutischen Effekt hat, nicht gibt, und es nicht geben wird, weil das methodisch nicht durchführbar ist. Insofern müssen wir immer von Theorien ausgehen. Wir können nie von Beweisen reden

Nein. Was gar nicht geht, ist diese, zwar gut gemeinte Idee, aber nicht umsetzbare Idee, wirklich auszuhungern. Das hat etwas damit zu tun, dass die Krebszelle besser ist als die Menschenzelle. Die werden ausgehungert und die Krebszellen überleben. Deswegen ist von Nulldiäten dringend abzuraten. Diese Diätformen, die beschrieben werden, wo man wochenlang nichts essen sollte, führen zum vorzeitigen Sterben, aber keinesfalls zum Überleben. Davor ist dringend zu warnen. Hingegen ein zielgerichtetes Intervallfasten, das wäre durchaus eine Option.

Studientechnisch nicht zu halten. Die neuesten Studien zeigen eigentlich eher, dass die vegane Ernährung nicht sehr viel bringt in der Onkologie. Es ist eine Mischkost. Man muss nicht Fleisch essen, man darf aber. Gut ist, wenn man hingegen eine ketogene Kost wählt – vor allem am Tag der Chemo ketogen zu sein, ist eigentlich das zentrale Thema. Denn, wenn die Chemotherapie im Körper wirkt, sollte ein ketogener Stoffwechsel sein. Dies ist ohne tierische Proteine und Fette fast nicht zu erreichen, weil ich dann nicht in das Kalorienmengensystem komme. Und dann droht das Aushungern. Und deswegen halte ich das für eine sehr gute Kombination. Einen Hintergrund über die Kohlenhydrate kennt die Schulmedizin. Die Goldmethode zum feststellen von Metastasen ist das PET. Und beim PET/CT wird radioaktiv markierter Zucker gespritzt. Warum? Weil man weiss, dass sich nur dieser in Krebszellen anreichert. Also ist nachvollziehbar, dass Krebszellen bevorzugt Zucker essen. Also muss der raus aus dem Essen, respektive reduziert werden. Die Kalorien muss ich aber ersetzen, sonst hungere ich aus und Kalorien muss ich also durch Fett und Eiweisse ersetzen.

Das halte ich grundsätzlich für ein ganz zentrales Thema, aber erst sekundär. Das heisst, wenn die onkologische Therapie abgeschlossen ist, dann müssen wir uns um die Schwermetalle kümmern. Vorher würde das das ganze System überfordern, denn das Ausleiten von Schwermetallen ist durchaus nicht so einfach, wie man immer denkt.

Eigentlich muss man versuchen, gesund zu leben. Also qualitativ hochwertige Lebensmittel, schauen wo kommt das alles her, wo wächst es, wo ist die Quelle von den Lebensmitteln. Wir wissen heute, dass Reis aus Asien mit Arsen versetzt ist. Also muss man eher europäischen Reis wählen. Letztendlich gesundes Essen ist das Zentrale. Und das Weglassen von Metallen aus der Lebensmittelindustrie. Aluminium gehört nicht in die Küche.

Als Teil eines Behandlungskonzeptes sehr gut. Sie binden eben im Darm, aber natürlich nicht das Schwermetallsystem, das im Fett ist. Wie soll denn die Alge an das Fett herankommen? Also wenn ich die Metalle aus dem Fett ausleite und sie dann teilweise in den Darm bringe, und da dann die Alge ist, dann ist das ein tolles Teil. Nur Algen einnehmen wird nicht funktionieren.

Ja und nein. Nicht im Sinne von, dass es eine Garantie gibt. Also es gibt keine Ernährung wo man sagt, wenn man genau das macht, wird man keinen Krebs kriegen, weil Krebs multifaktoriell ist. Aber es sind tatsächlich grundlegende Ideen: nicht zu viele schnell verwertbare Kohlenhydrate, gesunde Lebensmittel eher aus biologischem Anbau, nicht zu viele verarbeitete Lebensmittel und ein breites Spektrum an Lebensmitteln essen. Es hat sich in der «PURE-Studie», das ist die grösste Ernährungsstudie der letzten 20 Jahre, relativ klar herausgestellt, dass das eigentlich der Kernpunkt ist. Ernährungsphilosophien bringen nichts. Breites gesundes Essen.