Spirituelles Heilen

Heiler opder Scharlatan? Chancen und Gefahren!


Professor Dr. med. Jakob Bösch verrät in der finalen Folge, wer der beste Heiler, die beste Heilerin oder Therapeutin ist.
(Sendung vom 08.09.2019)

Die Chancen sind, dass Besserungen eintreffen bei Erkrankungen, auch bei Schmerzen und so, wo man schulmedizinisch nicht weiterkommt. Vielmehr kann ich eigentlich dazu nicht sagen. Aber die Gefahren; ja – es wird auch häufig gewarnt vor Scharlatanen, was nicht ganz unberechtigt ist. Aber ich muss doch sagen, wirkliche Scharlatane gibt es nicht so viele. Was ich als grösseres Problem sehe, sind Leute, die ihre Grenzen nicht kennen. Die voll guter Wille und auch mit einer gewissen Begabung an dieses «Geschäft», diese Tätigkeit herangehen, aber vielleicht schon zu viel versprechen oder vielleicht sich selber überschätzen, und dass sie einfach ihre Grenzen in diesem Sinne nicht erkennen.

Ich habe ja viele Vorträge gehalten. Und da sind oftmals Leute gekommen, die gesagt haben: «Sie haben da einen Schatten, und ich nehmen Ihnen diesen jetzt da weg.» Da habe ich gesagt: «Danke, mit diesem Schatten beschäftige ich mich selber…». Das ist so eine Grenzüberschreitung. Das ist eigentlich schon ein Übergriff. Auf der anderen Seite kann man sagen, dass da auch eine Chance drin ist. Es gibt eben wirklich sogenannte «hellsichtige» oder medial begabte Personen, die einfach beim anderen allerhand sehen. Da habe ich sehr viele Beispiele, dass jemand z.B. sagt: «Sie sollten Ihr Blut untersuchen lassen (von der Schulmedizin), oder mal Ihre Lungenfunktion abklären lassen». Und so weiter und so weiter. Das ist auch eine gute Chance. Und da kommen wir wieder zu einem weiteren Risiko. Es gibt leider halt immer noch viele Leute, die sagen: «Schulmedizin ist doch furchtbar, da habe ich einen viel besseren Weg!». Da bin ich aber ganz dagegen. Denn die Schulmedizin ist etwas Wunderbares. Sie hat ihre Grenzen, und die soll man erkennen.

Ich würde sagen, der beste Therapeut ist man eigentlich selber. Wenn man das Vertrauen hat, dass man ganz vieles bewirken kann, und zwar: ich habe so einen Ausdruck, das «gütige Herz». Und das kann ich von mir und vielen anderen bezeugen: Wenn es einem gelingt, in diesem Sinne die Welt mit Güte anzuschauen. Seine nächsten und weniger nächsten anzuschauen, auch seine Freunde und sogenannten «Feinde». Wenn es einem gelingt, mit einem gütigen Herzen den Blick zu haben, dann merkt fast jeder, dass es heller wird. Und was vorher schwer war und ausweglos scheint, ist plötzlich gar nicht mehr so schwer oder man sieht, so kann es weitergehen usw. Und ich behaupte, es hat seine Auswirkung auf die Gesundheit. Darum wäre das so die Basis vom Ganzen, wenn man von spirituellem Heilen und geistigem Heilen usw. redet. Dasjenige, was man selber bewirken kann. Das heisst nicht, dass man nicht Hilfe von anderen annehmen kann. Aber man sollte eigentlich vorteilhafterweise bei sich selber beginnen.