Cholesterin

Endlich Klartext!


Es gibt kaum ein Ernährungsthema, das so kontrovers diskutiert wird und über das so viele Halbwahrheiten kursieren wie über das Cholesterin.

Mein Gast, Dr. Volker Schmiedel, forscht seit Jahrzehnten über das Cholesterin und spricht heute mit uns Klartext.

(Sendung vom 06.08.2018)

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, und wird heute als Risikofaktor für Gefässerkrankungen angesehen.

Das kann man vom Nahrungscholesterin gar nicht so sagen, sondern da muss man vielmehr ins Blut gehen. Im Blut gibt es das sogenannte «gute Cholesterin» ,das ist das HDL Cholesterin, und dieses unterscheidet man vom sogenannten «bösen Cholesterin», dem LDL Cholesterin.

Hier sollten wir einen guten Quotienten aufweisen. Also wenn der Quotient LDL zu HDL unter 3 liegt, dann kann man schon ganz zufrieden sein. Die Normalwerte schwanken ja, je nach Interessenslage.

Das ist die ganz grosse Frage und darüber streiten sich die Gelehrten. Normal heisst ja nicht immer optimal. Wenn wir einen normalen Spiegel, d.h. statistische Normalität annehmen würden, dann wäre normal etwa 6 – 7 Nanomol. Das wird von den Kardiologen allerdings als viel zu hoch angesehen. Auf den Laborzetteln steht häufig, ein Wert von unter 6.2 sollte angestrebt werden. Das unterscheidet sich je nachdem von Labor zu Labor.

Wir müssen aber allerdings bedenken, dass das Cholesterin nur 1 Risikofaktor ist, einer von vielen und die moderne Kardiologie sagt auch in ihren eigenen Leitlinien, man soll nicht nur den Cholesterinwert betrachten, sondern da gehört die Familienanamnese mit dazu, ob Herzinfarkte in der Familie vorgekommen sind, Diabetes, Bluthochdruck u.s.w. Erst die Gesamtheit macht aus, ob ein Risiko besteht, und ob man dann auch behandeln muss.

Die Ernährung ist ein Faktor, der das Cholesterin beeinflusst. Noch nicht einmal der grösste! Bewegung spielt genauso eine Rolle, ebenso Stress, Entspannung

und natürlich spielt eine Erbbelastung auch eine gewisse Rolle. D.h. auch hier müssen wir alle 3 – 4 Dinge zusammen betrachten, um zu entscheiden, ob wir nun weitere Massnahmen in die Wege leiten müssen und ob wir sogar medikamentös behandeln müssen. In den meisten Fällen müssen wir nicht medikamentös behandeln. Cholesterinsenker, vor allem die statinhaltigen Cholesterinsenker, haben ja viele Nebenwirkungen.

In den meisten Fällen wird man mit einer gesunden Lebensweise durchaus auskommen. Bei der Ernährung kommt es darauf an, natürlich Cholesterin in der Nahrung zu vermeiden, d.h. möglichst tierische Fette wenig zuzuführen.

Mindestens genauso wichtig ist aber, dass wir Ballaststoffe zuführen in der Nahrung. Also Vollkornprodukte, viel Salat, Obst und Gemüse.

Und wer dann noch etwas mehr tun will, kann natürlich auch noch Ballaststoffpräparate zu sich nehmen. Seien das Flohsamenpräparate, seien das Leinsamen, oder seien das auch Glucomannane aus der Konjakwurzel.

All dies ist durchaus möglich, und kann jeweils einige Prozent Senkung erreichen.

Das kann man unter Kenntnis der wichtigsten Risikofaktoren tatsächlich annäherungsweise berechnen Es gibt da im Internet einige Risikoberechner, wo man einfach seine Daten eingibt. In meinem Buch habe ich einige wirklich sehr seriöse Rechner aufgeführt Da kann man einen Link anwählen und kann das dann selber berechnen, ob man denn behandelt werden muss oder nicht.