Blutegel

Ein kleiner Biss mit grosser Wirkung


Die beste Therapie vor der Prothese bei Kniearthrose verrät uns Frau Dr. med. Dominique Schweizer Kähler, Blutegelexpertin, in der Heilkunde Sendung zum Thema Blutegeltherapie.

(Sendung vom 13.01.2019)

Genau können wir das nicht sagen. Die Forschung ist noch nicht so weit.
Wir wissen, dass die Blutegel entzündungshemmend wirken, also der Speichel der Blutegel. Ebenso Blut verdünnend, so dass wir in 80% der Fälle die Durchblutung der Knie und die Beweglichkeit verbessern. Und die Schmerzen gehen weg. Das ist die beste Therapie vor der Prothese.

Absolut, ja.

Es gibt keine Regel. Eigentlich machst du das einmal.
Du schaust das Resultat an, ist der Patient beschwerdefrei, genügt einmal.
In der Regel genügt jedoch einmal nicht und man muss ein zweites Mal behandeln, denn die starken Schmerzen gehen nach der ersten Behandlung weg, aber es gibt noch andere, unterschwellige Schmerzen, für die man eine zweite Behandlung benötigt.
Und dann hält die Therapie zwischen 2 Monaten und 2 Jahren.

Also das weiss der Blutegel natürlich so bewusst nicht. Es ist so. Der Blutegel will zu Blut kommen. Der Rest interessiert ihn nicht. Er will uns nicht helfen, er will nur fressen. Und dafür muss er das Immunsystem des Patienten überwinden. Dafür muss er biologisch aktive Substanzen spritzen. Es ist klar, dass er nicht dieselbe Substanz einem Frosch wie einem Elefanten spritzen wird. Auch nicht dasselbe einem Menschen.
Es ist so, dass die verschiedenen Substanzen in seinen Speicheldrüsen sind. Das ist dann etwa so wie bei einem Orgelspiel, da muss er verschiedene Noten spielen. Das macht dann einen Cocktail von Substanzen, die an das Immunsystem des Opfers adaptiert sind. Also ist es klar, dass er nicht dieselbe Substanz einem Frosch geben kann wie einem Menschen.  Der Frosch würde ja wahrscheinlich mit dieser Substanz sterben, weil sie zu stark ist. Dieselbe Substanz wäre für den Menschen nicht stark genug. So ist sein Speichel für jeden angepasst.
Der Blutegel will sein Opfer nicht töten, denn er will vielleicht wieder einmal an diesem saugen. Er weiss nicht, dass er nach der Therapie leider sterben muss wegen der Blutkontamination. Aber in der Natur denkt er immer, dass er wieder an diesem Opfer saugen könnte.
So ist das ein sehr schönes Geben und Nehmen. Der Blutegel erhält Blut und der Patient erhält gute Substanzen, die ihm nachher helfen.

Es ist eine Lokaltherapie, es gibt aber auch immer eine systemische Wirkung. Wir wissen, dass die Substanzen die Durchblutung verbessern. Das ist lokal, aber eine lokal verbesserte Durchblutung ist auch generell. Und wir wissen, dass es eine sogenannte systemische Wirkung gibt, d.h. der ganze Körper profitiert von der Blutegeltherapie.