Im Handumdrehen eine warme Mahlzeit: Fertigprodukte sind wunderbar praktisch. Aber sind sie auch gesund?

Die Industrienahrung gehört heute zu unserem Lebensstandard.
Was die Industrienahrung ist und was darin enthalten ist, erklärt uns Professor Dr. Karl Neeser.


Industrienahrung sind chemisch oder physikalisch veränderte Nährstoffe. Bei der Industrienahrung wird praktisch alles was angeboten wird, chemisch verändert. Die Molekülstruktur, die in den natürlichen Nährstoffen enthalten ist, wird verändert. Bei der Zusammensetzung sind es vor allem minderwertige Rohstoffe, die verwendet werden, aber sehr wenige Vitalstoffe. Dafür viele synthetische Vitamine, Zucker, Fett und sogenannte Geschmacksverstärker. Zusätzlich ist dann die meiste Industrienahrung oft auch noch in giftigem Plastik verpackt.

Es ist selbstverständlich sehr schwierig, hier die Durchsicht zu haben. Selbst ein Chemiker kann kaum alles erfassen. Es wird einfach sehr intelligent verkauft. Ich weiss, dass grosse Nahrungshersteller ganze Teams an Chemikern und Marketingspezialisten einstellen. Man sieht es auch bei uns in den Geschäften, dass zum Beispiel meistens bei der Kasse sehr viele Süssigkeiten, schön auf der Augenhöhe der Kinder, präsentiert werden, damit sich die Kinder von klein auf an Süssigkeiten gewöhnen und süchtig werden. Vom Zucker kann man tatsächlich süchtig werden, wie vom Alkohol oder vom Nikotin.

Es kommt darauf an, welche Zuckerart. Es gibt natürlich viele verschiedene Zucker. Sehr schädlich ist der Fruchtzucker. Er ist viel schädlicher als Glukose, weil der Fruchtzucker nicht richtig abgebaut werden kann. Nur etwa 10% – 15% davon können abgebaut werden. Der Rest landet in der Leber und muss entgiftet werden, praktisch wie beim Alkohol.

Natürlich, das ist ja gerade das Problem. Der natürliche Fruchtzucker ist viel süsser als die Glukose, das ist ganz klar. Das ist genau das, was süchtig macht.

Ich orientiere mich ein wenig an Harvard. Ich versuche das grosse Bild der Ernährung zu sehen. Harvard sagt zum Beispiel, dass es gar nicht so wichtig ist, was man isst. Sie warnen ein wenig vor Fruchtzucker, sie warnen vor gesättigten Fetten. Aber was für sie wichtig ist, ist vor allem, dass man eine Pause von ca. 14 bis 15 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit am Tag und der nächsten Mahlzeit am anderen Tag hat. Was sie auch sagen, dass man sehr viel Wasser trinken sollte. Das ist wichtig. Und noch etwas ist sehr Interessant. Sie sagen, dass die wichtigsten Nährstoffe eigentlich Sauerstoff, Wasser und Licht sind. Da weisen sie offenbar auch wieder auf das Vitamin D hin.

Wenn man einmal ein, zwei Tage keine Zeit zum Kochen hat, Industrienahrung zu sich nimmt, mal beim MacDonald vorbei geht, dann ist das nicht so schlimm. Man sollte dies einfach nicht an den meisten Tagen der Woche machen.