Umweltgifte meiden


Internationaler Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Karl J. Neeser
neu zu Gast bei Selda Tatli bringt die Fakten auf den Tisch. (Sendung vom 29.12.2019)

Das ist richtig. Wir sind von einer riesigen Anzahl an Umweltgiften umgeben, mit denen wir potenziell in Berührung kommen und zwar täglich. Sie schaden allen biologischen Systemen unseres Körpers. Bereits unseren Organen schaden sie, und sie sind ganz bestimmt mitverantwortlich für chronische Erkrankungen wie Krebserkrankungen, Allergien, Diabetes oder sogar neurodegenerative Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation hat 2018 achthundert solcher Substanzen als potenziell krebserregend oder als endokrine Disruptoren eingestuft. Das sind Substanzen, die unser Hormonsystem schädigen. Es ist etwas schwierig, hier den Überblick zu behalten, denn sie sind überall. Sie sind in unserer täglichen Ernährung, in den Produkten, die wir verwenden, in Pflegeprodukten, in Putzmitteln. Zum Beispiel Abgase haben auch sehr viele giftige Stoffe. Dann finden wir drinnen sowie draussen Feinstaub, der sich aus kleinsten Partikeln zusammensetzt, die kleiner als ein tausendstel Millimeter sind und in unsere Zellen eindringen und dort Entzündungen auslösen können. Zudem sind zum Beispiel Textilien, Kosmetikprodukte, auch Medikamente betroffen.

Medikamente sind auf jeden Fall eine Giftbelastung. Wenn man ein Medikament nehmen muss, und wenn man die Packungsbeilage anschaut, dann möchte man diese Medikamente nämlich meistens nicht nehmen. Es wird da ja auf alle möglichen Nebenwirkungen hingewiesen. Wir haben fantastische Medikamente, das muss man sagen, wir sind glücklich diese zur Verfügung zu haben, aber man sollte Medikamente nie über eine längere Zeit einnehmen müssen. Und was wichtig ist bei den Medikamenten, etwas das auch hilft den Körper zu entgiften, immer dazu viel Wasser trinken.

Kann ich schon. Was momentan im Rampenlicht steht, ist Plastik, das sogenannte Bisphenol A, das z.B. in Petflaschen und vielem mehr vorhanden ist. Es kommt aber praktisch jede Woche eine andere Substanz ins Rampenlicht. Auch etwas, das sehr gefährlich ist, wie man jetzt entdeckt hat, ist das sogenannte Titandioxid. Das ist ein Weissmacher, der in Kosmetikprodukten vorkommt oder in Süssigkeiten, z.B. Kaugummi, und auch in Zahnpasta. Das sind gefährliche Substanzen.

Genau. Die werden über die Schleimhäute oder das Blut aufgenommen und können direkt in die Zellen eindringen und dort Entzündungen auslösen. Man weiss, dass alle Krebserkrankungen mit Entzündungen beginnen. Die Gefährlichkeit wird jedoch immer etwas heruntergespielt. Man redet von sogenannten Grenzwerten…

Also diese Grenzwerte werden eben meistens von den Herstellern definiert. Das weiss man nicht, denn es gibt nicht viele Untersuchungen dazu.