Was ist Spagyrik? Teil-2


Hans Josef Fritschi im Interview mit Selda Tatli – Teil 2

Sendung vom 17. 11. 2019

Den grossen Vorteil sehe ich in der Spagyrik das Individualisieren. In der Schulmedizin kommt man langsam auch dahinter. Es heisst ja auch schon „personalisierte Medizin“. Das macht die Spagyrik schon lange. Und zwar haben wir die Möglichkeit, wenn wir jetzt viele einzelne Essenzen haben, aus vielen Mitteln, aus Pflanzen, aus Mineralstoffen, usw., dann können wir für jeden Patienten, oder Kunden, eine Rezeptur, also eine Mischung, zusammenstellen, so wie es für ihn passt. Das heisst also, er kriegt nicht das von der Stange, sondern einen Massanzug. Man kann praktisch so kreieren, dass es für den einzelnen ganz gut passt. Und da kann es sein, dass einer kommt mit einem Rheumaschmerz im Knie, der bekommt eine ganz andere Mischung als ein anderer, der auch Knieschmerzen hat. Weil es eben anders ist.

Gewisse Ähnlichkeiten zur Homöopathie gibt es natürlich: Reiz, Antwort, energetisch. Da gibt es Ähnlichkeiten. Ein Unterschied vom Theoretischen natürlich: der Unterbau, der naturphilosophische Unterbau. Bei der Homöopathie haben wir reine Erfahrung durch das Ähnlichkeitsprinzip, und bei der Spagyrik haben wir die Verbindung zu diesen alchemistischen Prinzipien des Auflösens und Wiederverbindens. Und vor allen Dingen, in der Homöopathie versucht man, gerade in der Einzelmittel, klassischen Homöopathie, ein einziges Mittel zu finden, das sogenannte Simile, das genau passt. In der Spagyrik wollen wir auch etwas, das genau passt. Nur suchen wir das nicht irgendwo, sondern wir versuchen es zusammenzufinden, zu komponieren. Ich habe das Bild vom Mosaik, das könnte passen, dies könnte passen, so und so und so. Dann ergibt sich sozusagen ein Gesamtbild.

Die Mineralessenzen haben eine eigene Herstellung. Das ist das Herstellungsverfahren nach Glückselig, und das arbeitet nach Mehrfachdestillationen. Natürlich muss man so etwas zunächst auflösen. Man kann nicht einfach sagen, jetzt machen wir eine Destillation. Es wird natürlich fein zerkleinert, pulverisiert, und dann wird es gelöst. Da gibt es Lösungsmittel. In der Spagyrik nimmt man hauptsächlich organische Säuren dazu. Dann löst sich das auf und es entsteht praktisch eine neue Substanz, d.h. nicht eine Substanz sondern ein Lösungsmittel, das nun mehrfach destilliert wird. Das heisst, man trennt in dieser Destillation die Energie von der Materie des Eisenmeteorits oder jeder anderen Substanz. Ich destilliere ab, habe da den energetischen Teil und der materielle bleibt zurück. Das mache ich mehrfach, ich gebe die Energie wieder zurück und mache es wieder. Es ist immer praktisch so ein Atmen: weg – zurück – solve et coagula – spao agairo. Man bringt also dem Eisenmeteorit praktisch bei, dass er sich immer wieder löst und wieder verbindet, und das soll er dann im Organismus auch machen, die Energie des übergeordneten, dem Organismus, dem inneren Arzt, wiederzugeben. Ganz einfach gesprochen: Dem inneren Arzt Energie zuzuführen. So könnte man das beschreiben.

In der Spagyrik gibt es ein eigenes Anwendungs-, beziehungsweise Applikationsverfahren: das Mundspray. Die Lösung/die Essenz ist in einer Flasche drin, da ist aber kein Tropfer drauf, sondern ein Sprühaufsatz. Und die Essenz oder die Mischung die man gemacht hat, die wird dann praktisch in die Mundhöhle eingesprüht. Es ist wie eine Art Mund- und Rachenspray. Der Vorteil der ganzen Geschichte ist, dass die Essenz oder die Mischung in tausendsten kleinen Tröpfchen versprüht wird, und diese vielen tausende Tröpfchen lagern sich im gesamten Mundraum ab und gehen bis hinunter in den Rachen. Gerade bei Essenzen, die für das Immunsystem wichtig sind, für Halsweh, Erkältungen, etc., da treffen die Essenzen sofort auf einen Bestandteil, der für das Immunsystem auch wichtig ist, Rachenring, Teile des lymphatischen Systems. Das heisst, mit dieser Anwendung können wir die Spagyrik direkt auch da hinbringen wo sie gebraucht wird, oder aber bei anderen Erkrankungen sofort aufnahmefähig machen, so dass der gesamte Mundraum praktisch Resorptionsfläche wird. Und die Essenz geht sofort in den Organismus.