Was ist Spagyrik? Teil-1


Was ist Spagyrik? Mit Hans Josef Fritschi

Sendung vom 03. 11. 2019

Spagyrik ist eine sehr alte Heilkunde. Sie ist sozusagen die alchemistische, spagyrische, medizinische Seite der Alchemie. Die Alchemie kommt aus den Hochkulturen von Ägypten, kam dann über das Mittelalter, über die Araber in die mitteleuropäische Region und dort hat dann Paracelsus, der alte Arzt aus dem Ausgang des Mittelalters, die Spagyrik nochmals richtig gepuscht, sozusagen. Heute haben wir praktisch die Ideen von Paracelsus wieder aufgenommen – es gab noch ein paar Spagyriker im Laufe der Zeit. Die Idee der Spagyrik ist eigentlich nichts anderes, als dass man eine Substanz hat, sie auflöst und wieder verarbeitet und wieder verbindet. Daher kommt der Name spao und ageiro, auflösen und wieder neu verbinden und das Verbundene ist dann das Heilmittel.

Die Spagyrik wirkt eigentlich über ihre Prozesse. Es geht nicht um die Substanz, dass man sagt, irgendeine Salicylsäure wirkt schmerzlindernd, sondern die Pflanze als Wesen wird verarbeitet, geht durch bestimmte Prozesse hindurch. In der Spagyrik haben wir zum Beispiel Gärung, Destillation, Veraschung, dann Wiedervereinigung. Das sind sehr starke Abbauprozesse, die die Pflanze durchläuft, und verarbeitet, beziehungsweise geläutert, wieder neu in einem Heilmittel entsteht. Sie geht sozusagen durch ein Chaos hindurch und entsteht als Heilmittel. Diese Idee, dieser Prozess, prägt sich in die Substanzen ein und wird dann auf den Menschen übertragen. Das heisst, der Mensch ist ja, wenn er krank ist, auch in einem Chaos, ist ja auch in irgendeiner Situation des Ungleichgewichts. Die Pflanze hat das auch durchlebt im spagyrischen Prozess. Hat es aber positiv durchlebt, die Essenz ist praktisch die neue Gesundheit der Pflanze, und das kann sich auf den Menschen übertragen. Sie sagt praktisch: »Schau, so geht es, ich helfe dir dabei!». Poetisch jetzt ausgedrückt.

Die Wirkung ist verstärkt, aber auf einer anderen Ebene. Das heisst, es geht hauptsächlich um die Selbstheilkräfte, um eine Resonanz. Nicht um die Substanz, die etwas tut, sondern um die Resonanz. Eine Antwort wird erwartet, sozusagen. Deshalb ist es auch eine Reiztherapie.

Eigentlich auch im grossen Bereich der verschiedenen Reiztherapien. Es gibt ja Therapieformen mit physikalischen Reizen, zum Beispiel eine einfache Kaltwasseranwendung von den Kneippanwendungen ist auch eine Reiztherapie. Man setzt den Reiz und wartet auf die Antwort des Körpers. Nur haben wir hier jetzt den keinen physikalischen Reiz, sondern einen eher energetisch-informativen Reiz, der jetzt diesen inneren Arzt (das hat der Paracelsus so schön gesagt zu den Selbstheilkräften), den inneren Arzt anregt, an ihn appelliert: «Komm, von dir aus kommt die Wirkung, DU kannst es. Wir sind praktisch nur dir Unterstützer, aber DU sollst es machen. » Das ist also eine Reiztherapie auf einer energetisch-informativen Ebene. Die andere Kategorie ist das anorganische, die Mineralspagyrik, und die Mineralspagyrik, die arbeitet mit anorganischen Substanzen. Es gibt spagyrische Essenzen aus Spurenelementen, aus Selen, aus Zink, aus Kobalt und auch aus ganz komplexen, interessanten Naturstoffen: aus Marmor, oder das wäre interessant, (zeigt ein schweres kleines Objekt) das ist ein Eisenmeteorit. Der war viereinhalb Milliarden Jahre im Kosmos und kam dann irgendwann mal auf die Erde, und er besteht aus viel Eisen, Kobalt, Nickel u.s.w. Wir haben auch die Möglichkeit, so etwas spagyrisch aufzubereiten. Die Idee zum Beispiel bei der Essenz von diesem Eisenmeteorit (sie heisst «ferrum sidereum») ist, die Selbstheilkräfte ganz spezifisch anzusprechen. Also diesen inneren Arzt ganz spezifisch mit ins Boot zu nehmen. Und wenn ich jetzt noch eine Mischung mache und ihm noch ein bisschen von diesem Eisenmeteorit hinzugebe, dann Hat das natürlich noch eine zusätzliche Wirkung.