Die Quelle der Kraft


Die Quelle der Kraft mit Roman Wüest

Sendung vom 20. 10. 2019

Wir sind hier in der Obwaldener Landschaft, mit diesen blau-grünen Farben, die wir hier sehen, und die so richtig schön beruhigen. Man kann hier Kraft tanken. Dann natürlich unser Haus, das dir in vielen Bereichen Unterstützung geben kann. Ich glaube am Besten zeige ich dir das.

Wir sind hier in der schönen „Stockmannstube“. Wie du siehst, ist es hier drinnen ziemlich geschichtsträchtig. Angefangen hat die Geschichte natürlich vor 120 Jahren, da war dieses Haus noch eine Trinkerheilanstalt. Es gab einen Arzt, Peter Anton Ming, der gesagt hat, dass man etwas gegen die Trunksucht unternehmen muss, und der sich entschieden hat, so eine Anstalt zu eröffnen. Als er gestorben ist, er war eine ganz spezielle Persönlichkeit, hat das nicht mehr so richtig weiter gelebt. Die Trinkerheilanstalt, war vielleicht dann auch etwas überholt. Dann kommt die zweite Geschichte, und wegen dieser heisst das hier jetzt „Stockmannstube“. Wir sind also hier mit der Familie Stockmann verbunden. Diese hatten die Idee, dass die arme Landbevölkerung, neben der Pflegemöglichkeiten im Spital, auch die Chance haben muss, sich zu helfen, ohne dass sie die hohen Kosten des Spitals auf sich nehmen müssen. Und deshalb sind die „Sarnen Schwestern“ entstanden. Man hat also die verschiedenen Bauerntöchter aus der Gegend dazu befähigt, dass sie zu Hause pflegen können, bevor sie heiraten noch etwas lernen. Sie lernten wie man etwas verbindet, wie man Hygiene bei einer Wunde anwendet, wie man das alles macht, damit die Familie auch überleben kann, mit verschiedenen Haushaltsmöglichkeiten. Man hat das so etwas wie eine Lebensschule gemacht für diese jungen Frauen. Das hat sich dann entwickelt ab 1903 bis schlussendlich in die heutige Zeit. Leider hat das eine Ende gefunden im Jahr 2011, weil die Schweiz dann auf nationaler Ebene das Diplom in der Krankenpflege anders verteilt hat. Da sind wir dann, quasi als Retter dieser Institution zum Tragen gekommen und haben jetzt das Kurhaus am Sarnersee wieder eröffnet seit ca. sieben Jahren. Jetzt haben wir einfach Herzblut verloren hier drinnen, wie dazumal die Familie Stockmann.

Ich denke, dass das mit der Geschichte der Kuren zusammenhängt. Früher war das ganz mondän, man hatte verschiedenste Möglichkeiten, es war einfach im Trend zu kuren, wenn möglich noch mit Kurschatten und allem. Dann ist es etwas in ein Zeitalter gekommen, wo es etwas verstaubt wurde. Man hat etwas den Tritt verloren zur modernen Gesellschaft. Wir sind nun wieder überzeugt, dass kuren wieder modern wird. Wir merken das auch, dass die Leute wieder Zugang dazu haben, dass sie sich selber etwas Gutes tun wollen und kuren hat wieder angezogen, das merkt man ganz deutlich. Es ist jedoch nicht mehr so, dass man in so eine „Klause“ möchte. Man möchte in ein Hotel mit allen Annehmlichkeiten einer heutigen Gastronomie. Wir haben mehr als ein Drittel der Gäste, die hier Ferien verbringen. Gleichzeitig gibt es natürlich zwei Drittel, die hier einen Kuraufenthalt machen aus irgendwelchen Gründen. Sie wollen sich erholen, oder sie brauchen Anleitungen nach einer Operation, wie sie sich wieder im Alltag bewegen können. Es gibt da verschiedenste Gründe. Aber selbstverständlich nach einem stressigen Alltag ist es hier Ferien pur – total schön hier

Obwalden hat schon mal den grossen Vorteil, dass wir genau im Zentrum der Schweiz liegen. Es gibt hier so etwas wie die Urtümlichkeit. Wir haben hier diese Traditionen, die wieder aufleben. Wir haben junge Leute, die hier wieder im Jodelclub sind. Man merkt es ist noch so etwas wie ein Urtum hier. Dieses Urchige kann man auch in unserem Haus spüren. Nicht unbedingt, dass hier einfach nur Ländlermusik läuft, sondern man merkt, dass diese Leute hier im Kern so richtig geerdet sind. Ich glaube, das ist schon speziell, diese Freundlichkeit, diese Offenheit, das Aufeinanderzugehen – man ist hier auf dem Land.

Roman, es ist hier wirklich wunderschön bei euch, ich habe die Zeit sehr genossen, herzlichen Dank!