Kuren

Wann macht Kuren Sinn?


Mein heutiger Gast ist ein namhafter Spezialist in seinem Fachgebiet: Dr. med. Andreas Remiger.

Sendung vom 04. 10. 2019

Zur letzteren: ich operiere immer noch, ein bis zwei Tage in der Woche. Die Zahl der Operationen: das beläuft sich mittlerweile um die 10’000, wahrscheinlich noch mehr. Bezüglich Hüfte und Knie, das ist eines meiner Spezialgebiete, da hat sich die Situation dann so ergeben, dass wir da seit jetzt sieben Jahren eine Garantie für Erstimplantationen geben am Kantonsspital in Nidwalden.

Nein, das ist eher selten.

Der Sinn der Kur ist eigentlich eine Überbrückung vom Akutspital zur Wohnung nach Hause. Wenn Patienten mit ihrer Situation, sei es, dass sie eine Operation an der Hüft- oder am Knie gehabt haben, noch nicht so zurecht kommen, wenn sie alleine sind zuhause oder wenn sie viel Treppensteigen müssen, oder sie sich das noch nicht zutrauen, dann haben sie eine Möglichkeit mit der Kur und Erholung, sich das Ganze wieder anzueignen und sich wieder sicherer zu fühlen.

Da muss man die Altersklassen anschauen. Es betrifft vor allem natürlich Patienten über sechzig. Da würde ich sagen liegen wir so um die 10%, die eine Kur in Anspruch nehmen wollen und in Anspruch nehmen.

Wissen Sie, begründet durch die Lokalität einerseits, Nid-/Obwalden und – natürlich – so einen Ausblick, so ein Fleck! Da kann man sich erholen. Denn das ist wirklich der Schwerpunkt vom Ganzen. Dass man sich von der Operation, von einem Unfall, von einem Stress erholen kann. Und über die Zeit hat sich auch eine sehr enge und unproblematische Zusammenarbeit ergeben, und es wäre schade, wenn wir das nicht so machen würden.

Das Ganze sieht ja im ersten Augenblick aus wie ein Spaziergang, ein begleiteter. Es ist aber der Physiotherapeut mit einer Patientin, die Probleme mit dem Bewegungsapparat hat. Sie wird grad auf die alltägliche Belastung vorbereitet oder wieder trainiert. Das ist eines der Ziele der Kur, dass die Leute wieder auf den häuslichen Alltag vorbereitet sind und ihn selber wieder meistern können.

Sich selber zu entscheiden, dass sie so etwas machen wollen. Das ist ja wie wenn man in die Ferien geht. Zum Anderen, auch sich überlegt, was ist das Ziel der Kur für sich selber. Und wenn man dann einmal in einem Kurhaus oder in der Kur ist, sagen, was man will oder was die Vorstellungen sind. Was wir festgestellt haben ist, dass die Kurhäuser relativ flexibel sind. Das heisst das Personal, das heisst mit dem Angebot. Die ermöglichen viel, was jetzt nicht unbedingt grad in der Liste drin steht. Also sagen, was man sich vorstellt, so kommt man wahrscheinlich sehr gut miteinander zurecht und hat einen guten Erfolg.

Also wir legen natürlich das Medizinische fest. Wir haben unsere Nachbehandlungsschemata für unsere Operationen oder die orthopädischen Leiden. Das geben wir mit, dass die Physio oder die Ergotherapie entsprechend arbeiten kann. Im Kurhaus ist meistens noch ein Hausarzt zuständig, der dann auch medizinische Leistungen dann ab und zu macht, wenn dort etwas gemacht werden muss. Das machen wir. Und geben einfach den Patienten sonst noch Tipps mit, wie oft soll er denn rausgehen, wie oft soll er denn am Tag trainieren, damit er halt gewisse Anhaltspunkte hat. Die anderen Sachen sind natürlich vom Kurhaus selber auch mit vorgegeben. Was sind die hausinternen Abläufe, welche Möglichkeiten gibt es? Hier zum Beispiel kann man sehr schön draussen spazieren gehen. Es nicht eine Hanglage, wo man viele Treppen hat. Ab und zu braucht man diese zum Üben, aber das muss ja nicht bloss Hanglage sein. Das ist eigentlich so die Kombination: also medizinisch von uns, das andere vom Kurhaus.