Krebs

Welche Vitalstoffe bei Krebs


Kann ich bei einer Krebsdiagnose die Heilungschancen mit Vitalstoffen verbessern und wenn ja, mit welchen? Dr. med. Simon Feldhaus teilt sein Wissen und seine Erfahrungen.

(Sendung vom 14.07.2019)

Grundsätzlich ist es sicher eine Kombination. Nicht ein einziger, sondern es ist eine vernünftige Kombination, über die man nachdenken muss. Es hängt dann noch ein bisschen davon ab, ob ich es ganz allein nehme oder in spezieller Kombination mit Bestrahlung oder Chemotherapie, um dann die Nebenwirkungen abzumindern. Allgemein kann man sagen, es sind sicher Mikronährstoffe, Vitalstoffe gut, die anti-entzündlich wirken, denn eine chronische Entzündung ist in der Krebssituation eher krebsfördernd. Also Omega3 Fettsäuren, Selen, alles was irgendwie anti-entzündlich wirkt macht Sinn. Und Energie. Vitamin B12, allgemein B-Komplexe, Aminosäuren, die für die Energieproduktion der Zelle zuständig sind, sind grundsätzlich zu empfehlen.

Also gerade wenn wir von hochdosiert reden, das sollte nur in Fachhand geschehen. Das Problem ist, gerade in der Onkologie, da kann es definitiv Interaktionen mit Therapieformen, Chemotherapie oder vor allem Bestrahlung, geben, die auch zu einer Wirkungsverminderung führen könnte, wenn man es falsch macht. Das heisst, das sollte jetzt wirklich in Fachhand bleiben. Wenn man es von sich aus nimmt, lieber niedrig dosiert, aber nicht in die Hochdosiskomplexe hineingehen.

Ja, gerade in der heutigen Zeit, wo fast 90% in der Schweiz einen Vitamin D Mangel haben, ist die Einnahme von Vitamin D sicher interessant. Auch hier ein bisschen die Dosisfrage. Zu wenig – schade, dann bringt es nichts. Zu viel kann dann auch wieder ins Gegenteil umschlagen. Da wäre es dann zwischendurch auch mal gut (kann man heute ganz einfach machen), den Vitamin D Spiegel mal zu messen. Das geht auch im Kapillarblut, mit wenig Aufwand.

Weil man erstens gemerkt hat, dass das wirklich ein zentrales Thema ist. Also schon der Nicht-Krebspatient hat in der Regel eine nicht ausreichende Versorgung von Omega3. Und dann in dieser speziellen Krankheit verstärkt sich das natürlich. Und das zweite ist die positive Wirkung der Omega3 Fettsäuren, gerade auf den Entzündungsstoffwechsel. Sie gehören sicher zu den besten anti-entzündlich wirksamen Natursubstanzen, die wir haben, wenn denn die Dosis und die Qualität stimmt.

Die neusten Forschungen im Bereich Omega3 zeigen tatsächlich, dass auch Teile der Omega3 Fettsäuren (da ist noch nicht ganz klar, was alles, aber doch Teile), sehr stark immunmodulierend, also im Sinne von Immunsystem verbessernd, in dieser Situation Wirkungen haben. Ganz genau wie es geht, wissen wir noch nicht, aber dass es so ist, das wissen wir.

Man kann natürlich schon allgemeine, niedrig dosierte Mengen selbst nehmen. Die Frage ist die Effizienz, das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich würde bei dieser Situation in der Onkologie empfehlen, das mit einer Fachperson zu besprechen. Das muss nicht zwangsläufig ein Arzt sein, das ist auch ein Therapeut, der aber eine Ausbildung in Mikronährstofftherapie hat. Da würde ich mich beraten lassen, damit man wirklich die sinnvollen Sachen macht. Ein richtiges Risiko besteht nicht, aber man sollte ja auch etwas nehmen, das einem irgendwie hilft. Nur «nicht schaden», wäre mit zu wenig in so einer Situation.

Das ist eine ganz besondere Welt der Mikronährstofftherapie, die natürlich in Arzthand gehört, schon aus faktischen Gründen. Hier wird das jetzt, du hast Vitamin C angesprochen, spezifisch in Dosierungen eingesetzt, die nicht schluckbar sind. Das heisst wir machen bei bestimmten Krebsformen, Brustkrebs oder ähnlichem, Infusionen mit Vitamin C mit 60 – 90 Gramm pro Infusion. Die maximale Einnahmemenge bei Tabletten liegt bei 2 Gramm. Also das sind ganz andere Dosierungen. Denn hier ist das Vitamin C jetzt ein Therapeutikum. Es wirkt sogar pro oxidativ, d.h. es schädigt die Krebszelle direkt und ist natürlich ein völlig anderer Ansatz, als die normale Vitamin C Gabe, die man sonst so im Allgemeinen macht.

Entweder begleitend oder es gibt Patienten, die für sich den Weg gewählt haben, keine schulmedizinische onkologische Behandlung zu wollen. Oder es gibt vielleicht auch keine, weil die Situation es nicht ergibt. Dann kann man sie auch anstelle machen. Die besten Ergebnisse, finde ich, ergibt die Kombination.